AGR-Aufsichtsrat will die Belastungen der Anwohner*innen an der Deponie Löringhof noch erhöhen

SPD-Fraktionsvorsitzender Joachim Lehmann und Hans-Peter Müller, Ratsmitglied und SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender, sind sich einig, die Bürger*innen Datteln an der Deponie Löringhof haben endgültig genug Belastungen für die Allgemeinheit getragen. Eine Verdichtung und damit weitere LKW-Ladungen in Richtung Dattelner Deponie sind inakzeptabel. Nachdem man in Datteln glaubte, die Belastung durch die Mülldeponie, die seit 1982 betrieben wird, würden ein Ende nehmen, hat man uns bereits 2018 eines Besseren belehrt und gegen unseren Widerstand wurde der Deponiebetrieb für mineralische Abfälle der Deponieklasse I wieder aufgenommen. Eine Klage der Stadt Datteln gegen diese Erhöhung wurde abgewiesen. Böden und Bauschutt werden seither, geplant bis Ende 2023, angeliefert. Die Genehmigung erfolgte über ein Zusatzvolumen von 500.000 m³ bzw. 800.000 t. Die AGR nahm dabei keine Rücksicht auf die begrenzte Aufnahmefähigkeit der B235 und die Belastung der Anwohner*innen und der Kinderklinik.
Nach neuesten Planungen will man nun die Menge der Abfälle zum Abschluss nochmals erhöhen, in dem man die Deponie verdichtet. Dies dient einzig der Absicht weitere Abfälle dort anzuliefern. In Herne und Gelsenkirchen war der Widerstand so groß, dass man zunächst davon absah. Datteln will man aber jetzt scheinbar als Versuchskaninchen nutzen. Man spricht davon, dass die Erkenntnisse aus der Verdichtung in Datteln dazu führen könnten, dass man in Herne und Gelsenkirchen von einer
Verdichtung ggf. absieht. Wir fragen uns, was macht die Verdichtung mit den Böden. Welche Risiken birgt eine Verdichtung und wie viele zusätzliche LKWs auf der B235 müssen wir noch ertragen? Der Aufsichtsrat der AGR trifft eine Entscheidung im nicht-öffentlichen stillen Kämmerlein. Dies werden wir nicht so hinnehmen und fordern Bürgermeister André Dora auf zu prüfen, ob die genehmigte Menge von 800.000t bereits erreicht ist. Sind in der Genehmigung neben Volumen und Höhe auch die 800.000t als Obergrenze einzuhalten. Ist eine Verdichtung durch die damalige Genehmigung legitimiert? Ist die Verdichtung ein anerkanntes technisches Verfahren, birgt sie Risiken und gibt es Gutachten darüber, wie sich diese Verdichtung auswirkt. Letztendlich erwarten wir eine Einschätzung, ob Rechtsmittel gegen eine Verdichtung Erfolg versprechen.

Zur Pressemitteilung:
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